Hyponatriämie beim Laufen: Die versteckte Gefahr hinter Überwässerung

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Hyponatriämie beim Laufen: Die versteckte Gefahr hinter Überwässerung
Gorka Cabañas
von Gorka Cabañas
Journalist und Inhaltsdirektor bei RUNNEA
Gepostet am 10-11-2023

Laufen ist eine Sportart, die nicht nur die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden fördert, sondern für viele von uns auch zu einer Leidenschaft und Lebenseinstellung geworden ist. Doch wie jede körperliche Aktivität ist auch diese nicht ohne Risiken. Heute möchten wir bei RUNNEA über eines der am wenigsten bekannten, aber potenziell schwerwiegenden Risiken sprechen: die trainingsassoziierte Hyponatriämie, eine Erkrankung, die auftritt, wenn Läufer zu viel Wasser zu sich nehmen und dadurch den Natriumspiegel in ihrem Körper verdünnen. Lesen Sie also weiter, um mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe der Hyponatriämie, ihre Vorbeugung und praktische Tipps für eine intelligente Flüssigkeitszufuhr zu erfahren.

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Was ist eine Hyponatriämie?

Hyponatriämie ist definiert als ein Absinken der Natriumkonzentration im Blut auf Werte unter 135 Millimol pro Liter (mmol/L). Das klingt sehr komplex, nicht wahr? Natrium ist ein wichtiger Elektrolyt, der zur Regulierung der Wassermenge in und um die Zellen beiträgt. Wenn der Natriumspiegel aufgrund übermäßiger Flüssigkeitsaufnahme sinkt, beginnen die Zellen mit überschüssigem Wasser anzuschwellen, was zu Symptomen führen kann, die von Blähungen und Übelkeit bis hin zu Krampfanfällen und sogar Hirnödemen reichen.

Die Wissenschaft hinter der Hyponatriämie

Die trainingsassoziierte Hyponatriämie ist ein Phänomen, das in letzter Zeit die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft auf sich gezogen hat, insbesondere im Zusammenhang mit Ausdauerläufen. Die Physiologie, die diesem Zustand zugrunde liegt, ist komplex und multifaktoriell und umfasst sowohl die Flüssigkeitsdynamik des Körpers als auch die hormonelle Reaktion auf eine längere Belastung.

Physiologische Mechanismen

Natrium ist entscheidend für die Aufrechterhaltung des osmotischen Gleichgewichts und der neuromuskulären Funktion. Während des Trainings verliert der Körper Natrium und andere Elektrolyte über den Schweiß. Normalerweise werden Durst und die natriumsparenden Mechanismen der Niere aktiviert, um die Homöostase aufrechtzuerhalten. Bei einer trainingsinduzierten Hyponatriämie verdünnt jedoch eine übermäßige Wasseraufnahme die Natriumkonzentration im Blut, und die Niere kann trotz ihrer Regulierungsmechanismen überschüssige Flüssigkeit nicht schnell ausscheiden.

Antidiuretisches Hormon (ADH)

Das antidiuretische Hormon, auch Vasopressin genannt, spielt eine entscheidende Rolle bei der Flüssigkeitsregulierung. Bei sportlicher Betätigung kann der Körper überschüssiges ADH ausschütten, das die Urinausscheidung verringert und zu Wassereinlagerungen beitragen kann, was bei übermäßiger Flüssigkeitszufuhr eine Hyponatriämie verschlimmert.

Klinische und epidemiologische Studien

In Studien wurden Fälle von Hyponatriämie bei Marathonläufen und anderen Ausdauerveranstaltungen dokumentiert, was zeigt, dass dies keine Seltenheit ist. So ergab eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie, dass 13% der Teilnehmer am Boston-Marathon am Ende des Rennens eine Form von Hyponatriämie aufwiesen. Eine andere Studie, die im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht wurde, unterstreicht die Bedeutung von ADH bei der Entstehung von Hyponatriämie während des Sports.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hyponatriämie sind in der Regel eine Trainingsdauer von mehr als vier Stunden, eine niedrige Schweißrate, kühle Witterungsbedingungen (die das Durstgefühl und die Schweißrate verringern) und die Neigung zu übermäßigem Trinken aus Angst vor Dehydrierung.

Gesundheitliche Folgen

Die Folgen einer Hyponatriämie können von leichten Symptomen wie Blähungen und Übelkeit bis hin zu schweren Fällen wie Hirnödemen, Krampfanfällen und in seltenen Fällen auch dem Tod reichen. Es ist wichtig, dass wir uns zumindest dieser Mechanismen bewusst sind, um wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln und die Läufer für die Bedeutung einer angemessenen Flüssigkeitszufuhr zu sensibilisieren.

Prävention: Intelligente Flüssigkeitszufuhr

Hyponatriämie bei Läufern: Die versteckte Gefahr hinter der Überwässerung

Bei der Vorbeugung einer Hyponatriämie kommt es auf eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr an. Läufer sollten ihre Flüssigkeitszufuhr auf der Grundlage des individuellen Schweißverlustes und Elektrolytbedarfs planen. Es ist wichtig, nur dann zu trinken, wenn man durstig ist, und nicht den gut gemeinten, aber potenziell gefährlichen Ratschlag zu befolgen: „Trinken Sie, bevor Sie durstig sind.“ Darüber hinaus kann die Verwendung natriumhaltiger Sportgetränke dazu beitragen, das Elektrolytgleichgewicht aufrechtzuerhalten, insbesondere bei längeren Läufen oder bei extremer Hitze.

Praktische Tipps für eine effektive Flüssigkeitszufuhr

  • Kennen Sie Ihre Schweißrate: Führen Sie einen „Schweißtest“ durch, um abzuschätzen, wie viel Flüssigkeit Sie während eines Laufs verlieren, und passen Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr entsprechend an.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Trinken Sie nach Ihrem Durst, nicht nach Zeitplan oder vorgegebenen Mengen.
  • Wählen Sie Getränke mit Elektrolyten: Bei längerer Anstrengung sollten Sie abwechselnd Wasser und elektrolythaltige Getränke trinken.
  • Vermeiden Sie eine Überwässerung: Versuchen Sie nicht, in den Tagen vor dem Rennen zu viel Wasser zu trinken, um Ihren Flüssigkeitshaushalt aufzubessern.
  • Fortbildung: Informieren Sie sich über die neuesten Forschungsergebnisse und Empfehlungen im Bereich Sporternährung und Flüssigkeitszufuhr.
Gorka Cabañas

Gorka Cabañas

Journalist und Inhaltsdirektor bei RUNNEA

Inhaltsdirektor bei RUNNEA. Hochschulabschluss in Informationswissenschaften an der Universidad del País Vasco. Er hat bei El Mundo Deportivo, Grupo Vocento (El Correo) gearbeitet und war Mitarbeiter vieler Sportfachzeitschriften.